Bildausschnitt von Mitarbeitern vor einem Laptop

Manufacturing Execution System (MES)

Lesezeit: 9 Minuten
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Manufacturing Execution System (MES)

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geschrieben am 02. Juli 2021

Ohne ein Manufacturing Execution System (MES) wäre die Produktion im Unternehmen aufgeschmissen. Der Produktionsleiter hätte in diesem Fall viel zu tun und müsste zwischen Planung, Verwaltung und operativem Bereich hin und her switchen. Ein heutzutage unvorstellbarer Zustand – der zudem einiges an Papierkram mit sich brächte.

Prozesse in Unternehmen laufen in unseren Zeiten schon auf vielen Ebenen digital und sind meist IT-gestützt. Doch häufig existieren Lösungen, die separat voneinander ablaufen. Dadurch sind Arbeitnehmer angehalten, verschiedene Systeme im Blick zu behalten und mehrfach Daten in unterschiedliche Programme einzupflegen. Die Wahrscheinlichkeit für Fehler steigt parallel zum Mangel an Transparenz. An dieser Stelle kommt das MES ins Spiel. Was genau sich hinter diesem Begriff verbirgt und wie ein solches System funktioniert, lesen Sie im folgenden Beitrag.

Was ist ein Manufacturing Execution System (MES)?

Ein MES wird in unseren Kreisen häufig auch als Produktionsleitsystem bezeichnet, da es insbesondere die Bereiche rund um die Planung und Steuerung der Produktion und die eigentliche, operative Produktion betrifft. Weitere Felder, die zu einem Manufacturing Execution System zählen, sind z. B. eine Personaleinsatzplanung, eine Projektzeit- oder Auftragszeiterfassung oder eine Betriebsdatenerfassung. Durch ein integriertes, gezielt eingesetztes MES können Sie als Unternehmer sämtliche Prozesse Ihres Betriebes in Echtzeit verfolgen, steuern und überwachen. Das MES ist ein Schritt in Richtung Industrie 4.0.

Einfach erklärt, ist ein MES nichts anderes als ein System zum Sammeln und Aufzeichnen relevanter Unternehmensdaten, die Aufschluss über verschiedenste Fertigungssprozesse geben. Es wird so angelegt und eingerichtet, dass eine direkte und permanente Verbindung zu allen Produktionsprozessen besteht. Dadurch wird quasi ein umfangreiches „digitales Bild“ der Betriebsdaten diverser Unternehmensbereiche geschaffen. Klares Ziel des Manufacturing Execution Systems: Das rechtzeitige Erkennen von Fehlern in Prozessabläufen und sicherere Ergebnisse zur Verbesserung bestehender Strukturen und Prozesse.

Was umfasst ein gutes Manufacturing Execution System?

  • Die Fertigungsplanung einzelner Produktionsschritte
  • Konkrete Abläufe der Fertigung und Leitstände für die Produktion
  • Status Quo über die vorhandenen Ressourcen
  • Vorgaben und Planungen von Ressourcen für die einzelnen, verschiedenen Produkte
  • Orientierung an den Unternehmensprozessen

Die Merkmale eines MES

Das Manufacturing Execution System arbeitet IT-basiert. Aus allen Prozessen, die an der Produktion beteiligt sind, rekonstruiert es ein digitales, umfassendes Abbild. Hauptmerkmale sind einerseits die Verbindung der unterschiedlichen Ebenen sowie andererseits die digitalen Funktionen des gesamten Systems. Da Informationen und Daten aus diversen unterschiedlichen Abläufen und Prozessen automatisch aufgezeichnet, gespeichert und analysiert werden, ist gerade die Vernetzung unter den einzelnen Unternehmensbereichen enorm wichtig.

Das MES ist dank standardisierter Schnittstellen sehr flexibel einsetzbar und kann verschiedene Datenquellen schnell und einfach miteinander verknüpfen. Auch zu gängigen ERP- (Enterprise Ressource Planning) oder Steuerungssystemen ist die Verbindung via Schnittstelle leicht möglich. So verbinden Sie bequem die Planungsebene mit der Produktionsebene.

Welche Daten sammelt ein MES?

Manufacturing Execution Systeme sammeln Daten aus sämtlichen Betriebsbereichen: Personaldaten, Daten rund um Lieferzeiten, Aufträge und Projekte, Maschinendaten, Fertigungsdaten und Qualitätsdaten, um hier nur einige Beispiele zu nennen. Auf diesen Daten basieren vom Unternehmen aufgestellte KPIs (Key Performance Indicators). Anhand der KPIs kann schließlich schnell festgestellt werden, inwieweit definierte Produktions- bzw. Betriebsziele eingehalten werden oder an welchen Stellschrauben noch gedreht werden muss, um diese zu erreichen.

Darüber hinaus verfolgt man quasi auf Knopfdruck Faktoren wie Termintreue, die optimale Ressourcennutzung sowie die Einhaltung gesetzter Qualitätsansprüche. Weitere Informationen und Daten zur Auslastung von Betriebsmitteln und Maschinen, Effektivität der Betriebsabläufe, Produktionszeiten, Durchlauf- und Ausschussquote sowie einer effizienten Personaleinsatzplanung sammelt das MES darüber hinaus.

Übersicht über die Aufgaben eines MES

Ein MES erfüllt zahlreiche To-Dos gleichzeitig. Hier eine Übersicht der wichtigsten Punkte:

  • Auftragsmanagement, Produktionsmittelmanagement und Materialmanagement
  • Steuerung von Informationen
  • Erfassung, Analyse und Management aller Daten
  • Leistungsbewertung und Qualitätsmanagement
  • Definition und Überwachung von Kennzahlen
  • Feinplanung und -steuerung in der Fertigung
  • Monitoring der Fertigungsprozesse

Die Vorteile eines MES

Wie unterstützt ein MES den täglichen Arbeitsablauf?

Sobald Sie die Abläufe und Geschehnisse Ihrer Produktion transparent im Blick behalten können, können Sie diese strategisch wesentlich besser planen und sie gleichzeitig gezielt Schritt für Schritt optimieren. Mit Hilfe der erfassten Daten des MES verfolgen Sie den gesamten Herstellungsprozess und rufen sämtliche Kennzahlen des Betriebes via Mausklick ab.

Der positive Effekt liegt insbesondere darin, dass sie datenbasiert wesentlich schnellere Entscheidungen treffen können. Die Folge: Steigerung der Produktivität, optimale Auslastung von Personal, Anlagen und Maschinen, Reduzierung von Fehlern in der Fertigung.

Wie kontrolliert ein MES die Fertigung?

Das MES ist dafür zuständig, sämtliche Daten rund um den gesamten Fertigungsprozess zu sammeln. Dadurch können Unternehmer bzw. Produktionsleiter viel detaillierter planen und gegebenenfalls schneller in die Prozesse eingreifen, wenn die Daten zum Beispiel Fehler, Ungenauigkeiten oder negative Auswertungen melden. Ein MES bietet permanent aktuelle Werte und Kennzahlen direkt aus der Fertigung, die insbesondere zur Einschätzung der Leistungsfähigkeit herangezogen werden können.

Manufacturing Execution System und ERP-System

Das MES verbindet das übergeordnete ERP-System mit dem operativen Bereich der Fertigung. Es stellt sozusagen die Verbindung zwischen Planung (ERP-System) und Produktion dar. Dadurch gewinnen Sie als Unternehmer einen ganzheitlichen Überblick auf den jeweiligen Status der Aufträge.

Das ERP-System greift wiederum auf das Manufacturing Execution System zu. Das ERP zieht alle wichtigen Informationen und Daten vom MES ab, die es für die Planungsprozesse benötigt. Das ERP-System ist für die Planung der einzelnen Produktionsschritte zuständig und sorgt dafür, dass die Ressourcen des Betriebs sinnvoll und effektiv eingesetzt werden. Über die Produktionsplanung informiert das ERP-System schließlich das MES, welches die gesetzten Unternehmensziele in die Praxis umsetzt.

Durch das kontinuierliche Sammeln von Daten und Informationen auf allen Ebenen der Fertigung sorgen ERP und MES für optimale Prozesse und tragen dadurch langfristig zum Erfolg eines Unternehmens bei. Beide Systeme sind wesentlicher und sehr wichtiger Bestandteil moderner Produktionsbetriebe auf dem Weg zur Industrie 4.0 und aus deren digitalem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Was sollten Sie bei der Einführung eines MES beachten?

Viele Unternehmen stehen vor der Integration eines MES vor einigen Herausforderungen. Fragen nach der passenden Lösung oder dem richtigen Anbieter tauchen auf. Der zeitliche Aufwand, den das Einführen eines Manufacturing Execution Systems erfordert und die benötigten Ressourcen, die aufgebracht werden müssen, sind weitere Themen, die Unternehmer vor ihrer Entscheidung abklären wollen.

Lassen Sie sich von diesen Faktoren nicht von Ihrer Entscheidung für ein MES abbringen. Ein guter Anbieter beantwortet Ihnen alle Fragen und unterstützt Sie während des gesamten Auswahl-, Entscheidungs- und Einführungsprozesses.

Zunächst sollten Sie klären, welche Funktionen das System für Sie erfüllen sollte. Was sind die spezifischen Erwartungen an das MES, die Sie haben? Haben Sie klare Schritte gesetzt, die Sie mit Ihrem Betrieb gehen wollen? Je genauer Sie als Unternehmer benennen können, welche Anforderungen Sie an das MES haben und welches höhere Unternehmensziel Sie anstreben, desto besser und gezielter kann das System schließlich in Ihrem Betrieb eingeführt werden.

AVERO® Manufacturing Execution System

Auch digital ZEIT bietet Ihnen die Möglichkeit, den Schritt in Richtung umfassendes MES. Das System ist modular aufgebaut und kann jederzeit um zusätzliche Module erweitert werden. Der Bonus, Sie stellen sich das MES zusammen, das Sie für die Anforderungen Ihres Unternehmens benötigen. Die AVERO®-Software ist technisch bewusst so angelegt, dass bei Bedarf neue Funktionen ergänzt werden können.

Übersicht über die Aufgaben eines MES

Ein MES erfüllt zahlreiche To-Dos gleichzeitig. Hier eine Übersicht der wichtigsten Punkte:

Folgende Module umfasst das AVERO® MES:

  • Zeiterfassung
  • Maschinen- und Betriebsdatenerfassung
  • Auftragszeit- und Projektzeiterfassung
  • Personaleinsatzplanung und Schichtplanung
  • Fertigungsleitstand
  • Zutrittskontrolle und Besucherverwaltung
  • Kantinendatenerfassung

Alle über das MES gesammelten und gespeicherten Informationen und Daten können schnell und einfach über diverse Schnittstellen an alle gängigen ERP-Systeme (SAP, Microsoft Dynamics, Comarch etc.) sowie Lohn- und Gehaltsprogramme (LOGA, Datev, Paisy, Lexware oder SAP) übertragen werden.

Kontaktieren Sie uns – wir helfen Ihnen gerne weiter und beraten Sie ausführlich zum Thema MES.

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