Collage mit Stoppuhren Uhrwerke, Gleitzeit

Arbeitszeitmodell: Gleitzeit

Die flexible Regelung der gesetzlichen Arbeitszeit

Lesezeit: 6:30 Min.
Collage mit Stoppuhren Uhrwerke, Gleitzeit

Arbeitszeitmodell: Gleitzeit

Die flexible Regelung der gesetzlichen Arbeitszeit

Lesezeit: 6:30 Min.

geschrieben am 06. April 2021

Sie haben keine Lust mehr auf starre Arbeitszeiten und möchten Ihren Mitarbeiter ein neues Maß an Flexibilität bieten? Dann ist Gleitzeit das passende Modell: Ein Arbeitszeitmodell für den Wandel in Richtung mehr Mitarbeiterzufriedenheit und mehr Freiheit für Ihr Personal.

Die Gleitzeitregelung ist eine der geläufigsten flexiblen Arbeitszeitformen und mittlerweile weit verbreitet. Dagegen gehören fixe Zeitmodelle in vielen Unternehmen, Berufen und Branchen bereits der Vergangenheit an.

Erfahren Sie im folgenden Beitrag, was hinter dem Begriff Gleitzeit steckt, welche Vorteile sie hat, aber auch welche Nachteile sich verbergen können:

Gleitzeit – kurz und knapp

Gleitzeit ermöglicht Arbeitnehmern – innerhalb eines zeitlich vorgegebenen Rahmens – selbst zu bestimmen, wann ihr Arbeitstag startet und wann er endet.

Gleitzeit ist ein flexibles Arbeitszeitmodell, bei denen keine festen Arbeitszeiten existieren. Arbeitnehmer müssen zum Beispiel nicht jeden Morgen um Punkt 8 Uhr ihre Arbeit aufnehmen und jeden Abend um 17 Uhr Werkzeug oder Telefonhörer fallen lassen.

Stattdessen gestalten sie den zeitlichen Ablauf ihres Arbeitstages selbst. Unternehmen geben bei der Einführung der Gleitzeit lediglich einen Zeitrahmen vor, in dessen Grenzen sich die Mitarbeiter eigenverantwortlich und flexibel bewegen können.

Der Gleitzeitsaldorahmen

Jedes Unternehmen legt für sich fest, in welchem Rahmen sich die Unter- und Obergrenze des sogenannten Gleitzeitsaldos bewegt. Typische Regeln sind von – 20 bis + 70 Stunden.

Für einen besseren Überblick können Zeiterfassungssysteme die Saldenstände der Mitarbeiter in Zeitprotokollen darstellen.  Oft markiert eine solche digitale Zeiterfassung die unterschiedlichen geleisteten Zeitstunden nach einem Ampelsystem in grün, gelb und rot.

Bei einem positiven Gleitzeitsaldo auf dem Arbeitszeitkonto des Mitarbeiters bieten Unternehmen an, ganze Tage, sogenannte Gleittage, als Freizeitausgleich zu nehmen. Dafür gibt es meist bestimmte Rahmenbedingungen, die in einer Betriebsvereinbarung des Unternehmens oder im Arbeitsvertrag festgehalten sind.

So können beispielsweise in einem Monat entweder ein ganzer Tag oder zwei halbe Tage genommen werden, damit weiterhin eine gleichmäßige Besetzung im Unternehmen garantiert ist.

Kernarbeitszeit

Je nach Betrieb, Branche oder auch interner Abteilung kommt es vor, dass Unternehmen zusätzlich eine Kernarbeitszeit definieren. Das bedeutet, dass in einem bestimmten Zeitraum am Tag – zum Beispiel von 10 – 14 Uhr – alle Mitarbeiter des Betriebes anwesend sein müssen.

Davor und danach gibt es den sogenannten Gleitzeitrahmen – beispielsweise von 6 – 10 Uhr und von 14 – 20 Uhr. Innerhalb dieser festgelegten Gleitzeitspanne entscheiden alle Beschäftigten selbst, wann sie kommen und gehen.

Selbstverständlich müssen Arbeitsaufwand und anstehende Projekte dabei genauso wie die im Arbeitsvertrag definierte wöchentliche bzw. monatliche Arbeitszeit im Blick behalten werden.

Grund für eine Kernarbeitsphase

Damit zu Stoßzeiten die volle Arbeitsleistung erfüllt werden kann, ist eine Kernarbeitszeit für das Unternehmen sehr wichtig. Nur so kann gewährleistet werden, dass die betrieblichen Abläufe am Laufen bleiben, im Kundenservice genügend Personal zur Verfügung steht und gemeinsame Projekte des Teams zuverlässig bearbeitet werden können.

Ob ein Betrieb eine Kernarbeitszeit vorgibt oder nicht, variiert je nach Unternehmen, Branche und manchmal auch nach Abteilungen in der jeweiligen Firma.

Gleitzeit: Vor- und Nachteile:

Gleitzeit bietet Mitarbeitern ein neues Maß an Flexibilität. Das lässt sich nicht abstreiten. Viele Vorteile sind vorhanden. Doch gibt es nicht ausschließlich positive Aspekte, sondern auch Situationen im Arbeitsleben mit Gleitzeit, die sich nachteilig für Arbeitnehmer auswirken können.

Daher sollten Unternehmer überlegt planen, wenn sie das Gleitzeitmodell in ihrem Betrieb einführen wollen. Wir schauen genauer hin und haben für Sie die Vor- und Nachteile des Gleitzeitmodells herausgearbeitet:

Die Vorteile der Gleitzeit für Arbeitnehmer:

Die Nachteile des Gleitzeitmodells für Arbeitnehmer:

Bei der Gleitzeit liegt es am Mitarbeiter, seine täglich zu leistenden Arbeitsstunden im Blick zu behalten. Schließlich hat er vertraglich vereinbarte wöchentliche oder monatliche Sollzeiten zu erfüllen.

Geht er zu nachlässig mit seiner täglichen Anwesenheit im Unternehmen um, hält sich nicht an die Kernzeiten oder macht zu viele Minusstunden, drohen ihm Konsequenzen. Gleitzeit bedeutet im Umkehrschluss also mehr Verantwortung und Disziplin für den einzelnen Mitarbeiter.

Fazit

Gleitzeit hat sehr viele Pluspunkte, bringt aber auch Nachteile mit sich. Allerdings ist es möglich, den Nachteilen durch eine genaue Planung, mit einer guten internen Kommunikation und einem zuverlässigen Zeiterfassungssystem vorzubeugen.

Die neu gewonnenen Freiheiten in der zeitlichen Planung des Arbeitstages sind unter Angestellten sehr beliebt. Außerdem ist sie mit einer vordefinierten Regelung in einer Betriebs- bzw. Gleitzeitvereinbarung ohne große Komplikationen umzusetzen. Aus diesem Grund wird das Gleitzeitmodell bereits häufig von Betrieben genutzt.

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