Kaffeetasse für die Pause

Gesetzliche Pausenregelung des Arbeitszeitgesetzes

Welche Regeln sind in Bezug auf Pausenzeiten vorgeschrieben?

Lesezeit: 11 Minuten
Kaffeetasse für die Pause

Gesetzliche Pausenregelung des Arbeitszeitgesetzes

Welche Regeln sind in Bezug auf Pausenzeiten vorgeschrieben?

Lesezeit: 11 Minuten

geschrieben am 28. Januar 2021

Jeder weiß, dass nach einer langen, aktiven und konzentrierten Arbeit eine Pause irgendwann bitter nötig wird. Nach einiger Zeit lässt die Energie nach und die Konzentrationskurve geht steil nach unten. Umso wichtiger ist es, seinem Kopf und Körper eine Pause zu gönnen. Das Arbeitszeitgesetz schreibt für Arbeitgeber eine gesetzliche Pausenregelung vor. Durch bestimmte Mindestpausenzeiten sollen Arbeitnehmer davor bewahrt werden, auf Dauer der eigenen Leistungsfähigkeit zu schaden. Welche Regeln zu den Pausenzeiten vorgeschrieben sind, ob es Ausnahmen gibt und worin der Unterschied zwischen einer Ruhezeit und einer Ruhepause besteht, erfahren Sie neben vielen weiteren Informationen in diesem Ratgeber.

Die Pausenvorgaben im Überblick

  • Es darf kein Arbeitnehmer länger als maximal 6 Stunden am Stück ohne Pause durcharbeiten
  • Nach einer Arbeitszeit von sechs Arbeitsstunden ist eine Pause von 30 Minuten fällig
  • Bei einem 9-stündigen Arbeitstag ist eine Unterbrechung von mindestens 45 Minuten einzuhalten
  • Pausen können alternativ auch in Blöcken ab 15 Minuten genommen werden.
  • Bis zum folgenden Arbeitstag ist eine Ruhezeit von 11 Stunden Pflicht
  • Achtung: Pausenzeiten zählen nicht zur Arbeitszeit

Pausenregelung laut Arbeitszeitgesetz – der Stand der Dinge

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) schreibt in Deutschland die Regelungen für Pausenzeiten von Arbeitnehmern vor. Unter § 4 – Ruhepausen – des ArbZG finden Arbeitgeber wie Arbeitnehmer die genaue Definition der gesetzlichen Pausenvorgaben. So ist ab der 6. Arbeitsstunde eine Mindestpause von 30 Minuten festgelegt. Nach weiteren 3 Arbeitsstunden – also insgesamt einem 9-stündigen Arbeitstag – sind weitere 15 Minuten Pause des Beschäftigten Pflicht. Eine reine Arbeitsunterbrechung gilt nicht automatisch als Pause.

Das Arbeitszeitgesetz schreibt lediglich eine gesetzliche Mindestpause vor. Arbeitgeber können diese zulässige Mindestvorgabe jedoch auch individuell verlängern. Sie dürfen somit die Vorgaben überschreiten, allerdings ist es nicht zulässig, die Pflichtpausen zu verkürzen. Wichtig ist, dass Arbeitnehmer schon bei Arbeitsantritt wissen, wie die ihnen zustehenden Pausen im Unternehmen geregelt sind.

§4 – Ruhepausen (ArbZG)

„Die Arbeit ist durch im voraus feststehende Ruhepausen von mindestens 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis zu neun Stunden und 45 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden insgesamt zu unterbrechen. Die Ruhepausen nach Satz 1 können in Zeitabschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden. Länger als sechs Stunden hintereinander dürfen Arbeitnehmer nicht ohne Ruhepause beschäftigt werden.“

Alle Arbeitsunterbrechungen dienen der mentalen und physischen Erholung des Mitarbeiters und sind unbedingt einzuhalten. Es ist möglich, die Pausen auf mehrere Blöcke aufzuteilen und so zum Beispiel drei Mal eine mindestens 15-minütige Pause zu machen. Dennoch darf der Arbeitnehmer die 6-Stunden-Marke bis zu seiner ersten Tagespause nicht überschreiten. Wichtig für alle Raucher: Eine Raucherpause zählt nicht zur gesetzlichen Mindestpausenregelung. Darüber hinaus ist es nicht erlaubt, Pausenzeiten einzusparen, um zum Beispiel früher nach Hause zu gehen.

Pausen sind gemäß ArbZG vorgeschrieben. Doch WIE und WO entscheidet der Arbeitnehmer

Wie Angestellte ihre Arbeitspausen verbringen, entscheiden sie selbst. Per Gesetz ist nur der zeitliche Rahmen für die Pausen definiert. Das bedeutet, dass ihnen der Arbeitgeber nicht vorschreiben darf, wie sie diesen freien Zeitraum gestalten oder wo sie ihn verbringen. Ob also in der Firmenküche zu Mittag gegessen wird, ein Spaziergang an der frischen Luft ansteht oder Einkäufe getätigt werden, kann jeder Arbeitnehmer ganz individuell für sich entscheiden.

Achtung: Es steht Arbeitnehmern frei, dass Betriebsgelände zu verlassen. Sollte ihnen jedoch unterwegs in der Pause ein Unfall passieren, stehen sie in diesem Fall nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Ruhepause oder Ruhezeit – der Unterschied

Häufiger fallen im Zusammenhang der Mindestpausenregelung die Begriffe Ruhezeit und Ruhepause. Der eine oder andere fragt sich sicherlich, worin nun der Unterschied zwischen diesen beiden Bezeichnungen besteht. Die Erklärung ist einfach: Ruhezeit nennt der Gesetzgeber die Zeitspanne, die zwischen Ende des einen und Beginn des folgenden Arbeitstages liegt.

Diese Phase musst laut § 5 – Ruhezeit – des ArbZG mindestens 11 Stunden betragen und dient dem Arbeitnehmer als Erholungszeitraum. Im Vergleich zur Ruhezeit wird als Ruhepause die Unterbrechung der Arbeit am Arbeitsplatz bezeichnet. Hier der genaue Wortlaut:

§5 (1) – Ruhezeit (ArbZG)

„Die Arbeitnehmer müssen nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden haben.“

Doch was genau zählt zur Arbeitszeit und was ist eine konkrete Pause?

Die Vorgaben des Gesetzgebers gelten für die Zeiten, in der die Beschäftigten nicht arbeiten. Aus diesem Grund werden die Pausenzeiten nicht zur Arbeitszeit hinzugerechnet und daher auch nicht vom Arbeitgeber vergütet. Manche Unternehmen schließen die Ruhepausen ihrer Mitarbeiter dennoch in die Vergütung mit ein – dazu verpflichtet sind sie jedoch nicht.

Welche Ausnahmen der Regelung zu Pausenzeiten gibt es?

Auch Ausnahmen der Regel sind im Arbeitszeitgesetz für gesetzliche Pausenvorgaben festgelegt.

So heißt es in § 7 ArbZG – Abweichende Regelungen, dass Bestimmungen aus Tarifvertrag oder Dienst- und Betriebsvereinbarungen ein Abweichen von vorgegebenen Regeln zulassen können. Bei bestimmten Berufszweigen (u.a. in Krankenhäusern, beim Rettungsdienst oder in Alten- und Pflegeheimen) kann es vorkommen, dass die 11 Stunden Ruhezeit zwischen den einzelnen Arbeitstagen unterschritten wird. Solche Ausnahmen sind gestattet. Das Gesetz sieht für diese Fälle allerdings vor, dass für die Betroffenen ein angemessener Ausgleich z.B. häufigere Arbeitsunterbrechungen während des Tages eingeplant wird.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Arbeitnehmer und Gruppen, die komplett von der gesetzlichen Pausenregelung ausgenommen sind. Mindestpausen, Höchstarbeitszeit sowie die Ruhezeit zwischen den Arbeitstagen gelten für diese Personen nicht.

  • Leitende Angestellte und Chefärzte gem. § 5 (3) Betriebsverfassungsgesetz
  • Leiter sowie deren Vertreter im öffentlichen Dienst
  • Beschäftigte, die mit ihnen anvertrauten Personen leben, die sie betreuen, pflegen oder erziehen
  • Angestellte im öffentlichen Dienst, die selbstständig Entscheidungen in Personalangelegenheiten treffen dürfen

Abweichende Bestimmungen gemäß Jugendarbeitsschutzgesetz (JarbschG) für Minderjährige

Die Höchstarbeitszeit liegt für Jugendliche bei 8 Arbeitsstunden und bereits nach 4,5 Stunden müssen sie eine Pause von 30 Minuten nehmen, so § 11 des Jugendarbeitsschutzgesetzes. Nach einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden stehen Minderjährigen mindestens 60 Minuten Pause zu.

Auch für Jugendliche besteht die Möglichkeit, die Mindestpausenzeit auf kürzere Zeitspannen (á 15 Minuten) aufzuteilen. Weniger als 15 Minuten sind jedoch nicht gültig. Die erste Pause sollte frühestens nach der ersten Arbeitsstunde sowie die letzte Pause spätestens eine Stunde vor Arbeitsschluss genommen werden.

5 Punkte, die sich Arbeitgeber merken sollten 

Erholungspausen sind gesetzlich geregelt. Daher ist jeder Arbeitgeber dazu verpflichtet, seinen Angestellten die vorgeschriebenen Mindestpausen zu gewähren.
Erholungspausen sind gesetzlich geregelt. Daher ist jeder Arbeitgeber dazu verpflichtet, seinen Angestellten die vorgeschriebenen Mindestpausen zu gewähren.
Die Mindestvorgabe lautet: Nach einer Arbeitszeit ab sechs bis zu neun Stunden ist eine 30minütige Pause fällig. Bei einer Tätigkeit von mehr als neun Stunden sind 45 Minuten Pause gefordert. Achtung: Die Höchstarbeitszeit darf die 10-Stunden-Marke nicht überschreiten.
Die Mindestvorgabe lautet: Nach einer Arbeitszeit ab sechs bis zu neun Stunden ist eine 30minütige Pause fällig. Bei einer Tätigkeit von mehr als neun Stunden sind 45 Minuten Pause gefordert. Achtung: Die Höchstarbeitszeit darf die 10-Stunden-Marke nicht überschreiten.
Pausenzeiten zählen nicht zur Arbeitszeit der Beschäftigten und müssen aus diesem Grund nicht bezahlt werden. Die Ruhepausen dienen der Regeneration der Mitarbeiter. Sie gehören somit nicht zur vertraglich vereinbarten Leistung.
Pausenzeiten zählen nicht zur Arbeitszeit der Beschäftigten und müssen aus diesem Grund nicht bezahlt werden. Die Ruhepausen dienen der Regeneration der Mitarbeiter. Sie gehören somit nicht zur vertraglich vereinbarten Leistung.
Toilettengänge oder z.B. das Kochen eines Kaffees werden nicht zur Arbeitspause hinzugerechnet. Raucherpausen dagegen müssen nachgearbeitet werden. Generell gilt: Sollten Mitarbeiter diese Kulanz auf Dauer ausnutzen bzw. übertreiben, kann dies langfristig natürlich Folgen für den Angestellten haben.
Pausenzeiten zählen nicht zur Arbeitszeit der Beschäftigten und müssen aus diesem Grund nicht bezahlt werden. Die Ruhepausen dienen der Regeneration der Mitarbeiter. Sie gehören somit nicht zur vertraglich vereinbarten Leistung.
Arbeitgeber dürfen laut dem Weisungsrecht § 106 Gewerbeordnung dafür sorgen, dass die Prozesse des Betriebes z.B. nicht unter einer gleichzeitigen Mittagspause mehrerer Mitarbeiter leiden. Wenn der Arbeitgeber jedoch verlangt, dass das Telefon der Firmenzentrale durchgehend besetzt sein muss, sind die dort Beschäftigten dazu angehalten, sich mit der Pause abzuwechseln.
Arbeitgeber dürfen laut dem Weisungsrecht § 106 Gewerbeordnung dafür sorgen, dass die Prozesse des Betriebes z.B. nicht unter einer gleichzeitigen Mittagspause mehrerer Mitarbeiter leiden. Wenn der Arbeitgeber jedoch verlangt, dass das Telefon der Firmenzentrale durchgehend besetzt sein muss, sind die dort Beschäftigten dazu angehalten, sich mit der Pause abzuwechseln.

Obwohl es gesetzlich vorgeschriebene Regelungen für Mindestpausen gibt, kommt es auf diesem Gebiet leider trotzdem zu Differenzen zwischen Chef und Angestellten. Nicht jeder Arbeitgeber sieht das Einhalten der Pausenvorgaben so genau, wie es wünschenswert wäre. Doch darf er diese seinen Mitarbeitern schlichtweg nicht verweigern. Er hat stattdessen die Pflicht, darauf zu achten, dass die Pausen angemessen sind und zum Wohl seiner Mitarbeiter eingehalten werden.

Sollten diesbezüglich auf Dauer Probleme auftreten, ist es Ihr gutes Recht, als Arbeitnehmer Hilfe in Anspruch zu nehmen. In solchen Fällen unterstützen Sie Anwälte, die sich auf Arbeitsrecht spezialisiert haben.

BEISPIEL

Peter Schulze ist Teamleiter eines Unternehmens, das elektronische Komponenten vertreibt. Er trägt die Verantwortung dafür, dass sein Team die Mindestpausen einhält.

Eine seiner Mitarbeiterinnen Sabine macht täglich nach den ersten fünf Arbeitsstunden eine 30 Minuten lange Mittagspause.

Anschließend arbeitet sie die restliche Zeit ohne Pause weiter und macht sich nach den absolvierten 8 Zeitstunden auf den Heimweg.

Nun hat Sabine ein neues Projekt übernommen, dass sie mit Freude und viel Herzblut erfüllt. Seit einigen Tagen beobachtet Peter, dass Sabine regelmäßig sehr spät nach Hause geht und meist 9 oder 10 Stunden am Tag arbeitet. Eine weitere Kurzpause von 15 Minuten – wie es laut Arbeitszeitgesetz Pflicht wäre – nimmt sie am Nachmittag jedoch nicht.

Peter nimmt sich vor, mit Sabine zu reden. Sabine fällt aus allen Wolken, da sie in ihrem Arbeitseifer überhaupt nicht darauf geachtet hat, mehr Pausenzeit für sich zu beanspruchen. Die beiden vereinbaren, dass Sabine zukünftig darauf achtet, ihre Mittagspausenzeit auf 45 Minuten zu verlängern. Außerdem weist Peter Sabine darauf hin, dass sie per Gesetz nicht mehr als 10 Stunden am Tag arbeiten darf. Ihm ist es wichtig, dass seine Teammitglieder sich an diese Regeln halten und nach getaner Arbeit auch genügend Zeit finden, um sich zu erholen. Langfristig macht sich ein gesundes und motiviertes Team auch für den Unternehmenserfolg bezahlt.

Zu Peters Team gehört außerdem der Softwareentwickler Markus. Markus macht gerne am Vormittag eine kurze Frühstückspause und auch am Mittag ist er einer von der schnellen Sorte. Ihm ist es wichtiger, früh Feierabend zu machen, da seine kleine Familie zu Hause auf ihn wartet. Dennoch möchte er natürlich seiner Arbeit gerecht werden und alle Aufgaben ordnungsgemäß erledigen. Allerdings achtet Markus nicht darauf, die Mindestpausen einzuhalten. Deshalb sucht Peter auch mit ihm das Gespräch und erklärt Markus, dass er gerne kürzere Pausen nehmen kann. Allerdings müssen auch diese Unterbrechungen mindestens 15 Minuten lang sein.

BEISPIEL

Peter Schulze ist Teamleiter eines Unternehmens, das elektronische Komponenten vertreibt. Er trägt die Verantwortung dafür, dass sein Team die Mindestpausen einhält.

Eine seiner Mitarbeiterinnen Sabine macht täglich nach den ersten fünf Arbeitsstunden eine 30 Minuten lange Mittagspause.

Anschließend arbeitet sie die restliche Zeit ohne Pause weiter und macht sich nach den absolvierten 8 Zeitstunden auf den Heimweg.

Nun hat Sabine ein neues Projekt übernommen, dass sie mit Freude und viel Herzblut erfüllt. Seit einigen Tagen beobachtet Peter, dass Sabine regelmäßig sehr spät nach Hause geht und meist 9 oder 10 Stunden am Tag arbeitet. Eine weitere Kurzpause von 15 Minuten – wie es laut Arbeitszeitgesetz Pflicht wäre – nimmt sie am Nachmittag jedoch nicht.

Peter nimmt sich vor, mit Sabine zu reden. Sabine fällt aus allen Wolken, da sie in ihrem Arbeitseifer überhaupt nicht darauf geachtet hat, mehr Pausenzeit für sich zu beanspruchen. Die beiden vereinbaren, dass Sabine zukünftig darauf achtet, ihre Mittagspausenzeit auf 45 Minuten zu verlängern. Außerdem weist Peter Sabine darauf hin, dass sie per Gesetz nicht mehr als 10 Stunden am Tag arbeiten darf. Ihm ist es wichtig, dass seine Teammitglieder sich an diese Regeln halten und nach getaner Arbeit auch genügend Zeit finden, um sich zu erholen. Langfristig macht sich ein gesundes und motiviertes Team auch für den Unternehmenserfolg bezahlt.

Zu Peters Team gehört außerdem der Softwareentwickler Markus. Markus macht gerne am Vormittag eine kurze Frühstückspause und auch am Mittag ist er einer von der schnellen Sorte. Ihm ist es wichtiger, früh Feierabend zu machen, da seine kleine Familie zu Hause auf ihn wartet. Dennoch möchte er natürlich seiner Arbeit gerecht werden und alle Aufgaben ordnungsgemäß erledigen. Allerdings achtet Markus nicht darauf, die Mindestpausen einzuhalten. Deshalb sucht Peter auch mit ihm das Gespräch und erklärt Markus, dass er gerne kürzere Pausen nehmen kann. Allerdings müssen auch diese Unterbrechungen mindestens 15 Minuten lang sein.

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Wie kann die gesetzliche Pausenregelung über eine professionelle Zeiterfassungssoftware gehandhabt werden?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um die gesetzlichen Pausenvorgaben im Unternehmen über ein Online-Zeiterfassungssystem automatisch zu erfüllen:

Der uhrzeitabhängige Pausenabzug

In vielen Fertigungsunternehmen – insbesondere im Schichtbetrieb – arbeiten die Beschäftigten oft mit uhrzeitabhängigen Pausen. Das bedeutet, dass alle Mitarbeiter zu festen, zuvor geplanten Zeiten ihre Mindestpausen abhalten. Natürlich können auch diese fixen Pausenzeiten individuell vom jeweiligen Arbeitgeber verlängert werden.

Diese uhrzeitabhängigen Pausen sind gerade bei Produktionsstraßen oder bei Gruppenarbeitsplätzen die beste und oft einzige Möglichkeit, den Produktionsprozess optimal zu gestalten. Das komplette Team unterbricht und startet gleichzeitig die Arbeit. Während der ersten Schicht am Tag findet z.B. eine fixe Pause von 9:00 – 9:15 Uhr statt; die 30minütige Mittagspause kann schließlich im festgelegten Pausenrahmen zwischen 12:00 – 13:00 Uhr erfolgen. Die Pausen werden vom Zeiterfassungssystem des Unternehmens automatisch abgezogen.

Beispiel 1 – ohne stetige Mindestpausenberechnung

Es wird beim Erreichen der 6. Arbeitsstunde die komplette Pausenzeit von 30 Minuten abgezogen

Grafik Pausenabzug

Eine Besonderheit: Teilweise bieten Unternehmen den Mitarbeitern auch einen zeitlich flexiblen Pausenrahmen an, in dem die Pause genommen werden kann. Dies gibt den Mitarbeitern einerseits einen gewissen Spielraum und Flexibilität. Außerdem ermöglichen gemeinsame Pausen die Gelegenheit zum Austausch untereinander, was das Arbeitsklima wie auch die kollegialen Beziehungen im Team fördert. Andererseits ist diese Vorgehensweise vor allem für große Unternehmen geeignet, um so zum Beispiel zu verhindern, dass alle Mitarbeiter zur gleichen Zeit in die Kantine strömen. Schließlich soll niemand seine verdiente Mittagspause in der Warteschlange auf dem Weg zum Mittagessen verbringen.

Manche Berufsgruppen oder auch Teilzeitkräfte, die flexibel eingesetzt werden (z.B. in der Gastronomie oder im Einzelhandel), passen nicht in ein uhrzeitabhängiges Pausenmodell. Für flexible Zeitmodelle bietet sich daher der Pausenabzug in Abhängigkeit von der Arbeitszeit an.

Pausenabzug in Abhängigkeit zur Arbeitszeit

Viele Betriebe bieten ihren Angestellten flexible Arbeitszeiten an. Der Mitarbeiter ist demnach an keine feste Arbeitszeit gebunden, was natürlich die Einplanung fixer Pausenzeiten ausschließt. Niemand möchte, dass ihm automatisch um 9:00 Uhr eine Pause abgezogen wird, wenn er z.B. erst kurz vor 9 Uhr zur Arbeit gekommen ist.

Die Pausenregelung wird in Unternehmen oft sehr unterschiedlich gehandhabt. Aus diesem Grund bieten Softwarehersteller weitere optionale Einstellungen für die Zeiterfassung an, wie eine Mindestpausenberechnung. Diese kann individuell nach den Anforderungen des Kunden eingestellt werden.

Die integrierte Mindestpausenberechnung des Systems berücksichtigt so alle Pausenbuchungen, die über ein Zeiterfassungsterminal mit der Mindestpausenzeit von 15 Minuten erfasst werden. Hat ein Mitarbeiter hingegen nur mehrere kleine Raucherpausen am Terminal gebucht, bezieht das System diese Unterbrechungen bei der Mindestpausenverrechnung nicht mit ein. Auch Arbeitszeitunterbrechungen, die Berücksichtigung der maximalen Arbeitszeit oder eine Berechnung von Schichtzuschlägen ermöglichen solche Softwarelösungen zuverlässig und automatisch.

Beispiel 2inkl. stetiger Mindestpausenrechnung

Grafik Pausenabzug

Hinweis: Für eine rechtskonforme Arbeitszeiterfassung und die damit verbundene Einhaltung der Mindestpausenregelung bieten elektronische Zeiterfassungssysteme heute eine Vielzahl an Möglichkeiten, um Pausenzeiten entsprechend dem Arbeitszeitgesetz einfach und zuverlässig zu berechnen und zu dokumentieren.

Kennen Sie bereits das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum Thema Erfassung von Arbeitszeiten?

Alle Informationen hierzu finden Sie in unserem Ratgeber „EuGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung“.
Bild Ratgeber

Kennen Sie bereits das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum Thema Erfassung von Arbeitszeiten?

Alle Informationen hierzu finden Sie in unserem Ratgeber „EuGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung“.

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